Kolumne: Danke BAFIN – oder wie man mit einem Satz Anlegervermögen vernichtet und Leerverkäufer reich macht.

Seit Mitte Oktober 2014 schreibe ich regelmäßig über das Unternehmen ChroMedx Corp. (WKN: A12B6G). Als ich zum ersten Mal von der Story hörte, war ich sofort von der Story angetan, denn wenn ein kleines Unternehmen ein Gerät entwickelt, das laut den Spezifikationen besser ist, als alles, was sich auf dem Markt befindet, dann finde ich das schon bemerkenswert. Die Zusammenarbeit mit einer anerkannten Universität, in diesem Fall der Mac Master Uni in Toronto, wertete ich als Pluspunkt, denn dies hilft einem Startup wie ChroMedX immens an Kosten zu sparen. Die ersten Besprechungen erfolgen bei einem Preis von 0,13 EUR.

Ja, ich bekam und bekomme Marketing-Budget vom Unternehmen bezahlt, um die Story des Unternehmens der breiten Masse der interessierten Anleger zuzuführen, die dann, wenn die Leser meiner Publikationen die Story genau so gut finden wie ich, die Aktie kaufen, oder auch nicht.  Mein dahingehender Interessenkonflikt wird in meinem Disclaimer wie folgt ausgeführt:

„Ein weiterer Interessenskonflikt ist auch dahingegeben, dass die beschriebenen Unternehmen direkt oder indirekt auch Kunden der bullVestor Medien GmbH sind, waren oder in Zukunft sein werden.“

Dieser Disclaimer ist sowohl auf meiner Homepage, als auch in jedem meiner Newsletter zu finden. Im Newsletter selbst weise ich auch eingangs explizit darauf hin, dass man den den Disclaimer unbedingt beachten sollte. Also sollte eigentlich jedermann wissen, dass ich Marketing-Budget vom Unternehmen erhalte und zweitens Aktien des Unternehmens halte. Auf diesen Umstand weise ich wie folgt hin:

„…möchten wir darauf hinweisen, dass Mitarbeiter, Autoren, Auftraggeber sowie nahestehende Personen oben genannte Aktien halten und somit ein Interessenskonflikt besteht.“

Gestern, am Donnerstag, den 7.12.2017 um 14:45 veröffentlichte die BaFin dann folgende Meldung:

Da ich als einziger über die Aktie berichtet habe und meine Interessenkonflikte nachweislich immer ausweise, überlegte ich, ob ich mich möglicherweise missverständlich über das Unternehmen geäußert habe. Aber nein, die Zahlen stimmen, die Leute stimmen und auch alles andere trifft zu 100% zu. Wo ist das Problem?

Hier meine letzten Artikel über ChroMedX Corp.

DURCHBRUCHS-NEWS! MASSENFERTIGUNG GESTARTET! FDA-ZULASSUNG WIR KOMMEN! DAS KÄTZCHEN WIRD ZUM TIGER…

NEWS! MONTAG = EXPLOSIONSTAG! MEGA DEAL UNTERZEICHNET!

Die beiden Beiträge beziehen sich auf veröffentlichte News und meine Erwartungen, was diese für den Kurs der Aktien für Folgen haben könnte – die dann auch eintrafen. Das jahrelange Zuwarten hatte sich ausgezahlt. Ich war zufrieden und auch meine Leser waren zufrieden und auch die Firma war zufrieden. Ich konnte also beide von der BaFin erwähnten Gründe zu 100% ausschließen.

Kurz nachdem die BaFin die Warnung veröffentlichte, begann verständlicherweise eine Verkaufswelle, die den Kurs der Aktie negativ beeinflusste. Wäre man jetzt spitzfindig, würde man sagen, dass ist Marktmanipulation durch die BaFin selbst und strafbar, denn die Anschuldigungen in der schwammig formulierten Meldung (und/oder) sind schlicht und ergreifend nicht wahr und meines Erachtens daher gar irreführend.

Wer hat den Nutzen davon?

Ich bin und war immer ein Gegner der „Pennystock Short Mafia“. Diese Händler sind und waren für mich immer der Abschaum der Börsenwelt – besser gesagt der Eiter der auf dem Abschaum schwimmt. Warum dies so ist ist, ist einfach erklärt.

Entsteht an einer deutschen Börse eine Nachfrage in einen ausländischen Akienwert, der das Angebot bei weitem übersteigt, dann muss der Kursmakler an der Börse short gehen – d.h. Aktien verkaufen, die nicht vorhanden sind, um sie später an der Heimatbörse zurückzukaufen, um schließlich den Minusstand gerade zu stellen. Das ist vollkommen okay, denn sonst würde sich kein Handel ergeben. Dies nennt man auch Arbitrage Handel! Der Kursmakler verdient hierbei in der Regel sehr gut – manchmal zahlt er auch drauf.

Wo es einfach Geld zu verdienen gibt, sind die Ratten nicht weit – anhand folgender Zahlen werden Sie es auch verstehen:

Am 4.12.2017 wurden aufgrund der veröffentlichten News an allen deutschen Börsen rund 10,5 Mio. Aktien gehandelt. Standen soviel Aktien zum Verkauf – sicherlich nicht! Also musste leer verkauft werden. 3,7 Mio. Aktien waren es in Kanada. Nimmt man jetzt an, dass es keinen einzigen echten Kauf eines kanadischen Anlegers gab (was natürlich Blödsinn ist) und der gesamte Handel nur Arbitragehandel aus Deutschland ist, dann ergibt sich eine Differenz von 6,8 Mio. Aktien. Wo kamen diese her? Sagen wir einmal, dass 3 Mio Aktien durch Intraday-Handel und von Gewinnmitnahmen von Langzeitinvestoren gekommen sind. Dann gibt es immer noch einen Fehlstand von 3,8 Mio. Aktien! Am 5.12 dasselbe Bild: 4,5 Mio. Aktien gehandelt in Deutschland, 1 Mio. in Kanada – Differenz 3,5 Mio. Aktien. 6.12.2017: 2,9 Mio. in Germany und 320t in Kanada – Differenz 2,6 Mio. Und last, but not least, 7.12.2017: Deutschland verkauft panikartig 5,8 Mio. Aktien und lediglich 1,5 Mio. Aktien kommen zurück in den Heimatmarkt.

Wo kamen also 9 Mio. Aktien her (4.12. – 6.12)? Ist das ein riesiger Shortbestand? Wohin sind die 4,3 Mio. Aktien am 7.12.2017 verschwunden? Liegt da nicht nahe anzunehmen, dass es sich hier um ein abgekartetes Spiel handelt? Hat die BafFin überprüft ob der Tippgeber Eigeninteressen hat?

Update 8.12.2017: Handelsbilanzdiskrepanz: Deutschland 1,4 Mio. Aktien mehr als Kanada! Da den gesamten Tag UNTER dem Schlusskurs von gestern in Kanada gehandelt wurde, kann man davon ausgehen dass großteils verkauft wurde. Wohin sind diese Aktien verschwunden?

Die Vergangenheit hat gezeigt: Wenn es brenzlich wird (denn man kann beim Leerverkauf unendlich viel Geld verlieren), dann fangen diese Parteien an, wie wild um sich zu treten. Plötzlich stürmen massenhaft Personen in Online-Foren, die die Aktie total ’sch***‘ finden. Seit Donald Trump hat sich der Begriff „Fake News“ als Slogan eingebürgert – man braucht es ja nur einfach mal zu behaupten. Hift dies nichts, müssen andere Mittel ergriffen werden. Auftragsschreiber machen die Aktie in Blogs schlecht, Zeitungsartikel erscheinen (Fall Energulf) – und hilft das alles nichts, dann gibt es ja noch die anonyme Anzeige bei der BaFin.

Ein spezifischer Fall ist mir noch im Gedächtnis. Auf eine News reagierte eine Aktie sehr exzessiv. Die Anleger fanden diese toll und die Leerverkäufer verspekulierten sich. Es gab kaum Verkäufe und die Aktie macht keine Anstalten an wert zu verlieren. Da kontaktierte ein Deutscher unter dem Vorwand ein interessierter Investor zu sein das Unternehmen und wollte ein private Palcement zeichnen zu einen Kurs, der wesentlich unter dem Börsenkurs lag. Als die Firma das verweigerte wurde der Kurs durch gezielte Verkäufe regelrecht zusamengeknüppelt – ähnlich wie man es jetzt bei ChroMedX versucht (Zeugen vorhanden)

Liebe BaFin-Beamte! Wenn es ein Problem gibt, dann ruft doch einmal mal an und wir können dies ganz schnell ausräumen – ich stehe im Telefonbuch. Ihr braucht auch nicht den Umweg über ein Rechtshilfe-Ansuchen über die österreichische FMA gehen. Ich sitze hier in St. Valentin und stehe mit meinem Namen für das, was ich tue. Ich bin weder auf den Bermudas, noch irgendwo im Kaukasus firmiert. Ich betreibe auch einen Newsletter, der kostenpflichtig ist und gern genutzt wird. Euer tun schadet meinem Ruf und das ist kreditschädigend (obwohl ich eh keinen Kredit brauche)! Ihr vernichtet auch Investorenvermögen in erheblichem Ausmaß – ob mit Absicht? – bei einer Aktie, bei der niemand Geld verloren und die am Allzeithoch notiert hat. Wenn ich vorhätte, irgendwelche Anleger zu schädigen, dann würde ich doch nicht über drei Jahre über ein Unternehmen berichten. Ihr wisst, dass Abzocke anders aussieht!

Macht eure Arbeit, denn das ist wichtig für das Finanzsystem, aber seid doch bitte nicht blind auf einem Auge! Eine Pennystock Firma ist ein fragiles Gebilde. Die Aktie explodieren bei guten News und darum lieben wir sie auch. aber noch viel leichter ist so eine Aktie negativ zu beeinflussen.

Liebe BaFin Beamte, wusstet ihr eigentlich das es Profi Broker aus Deutschland  gibt, die temporär Handelsverbot an den kanadischen Börsen hatten, weil Marktteilnehmer aus Deutschland laufend in den letzten Handelssekunden den Schlusskurs negativ beeinflusst haben.

Pennystocks sind gefährlich genug und ihr macht sie noch gefährlicher!

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Ihr

Helmut Pollinger

PS: Ich habe am 7.12 2017 132.500 Aktien ChroMedX dazugekauft.

Haftungsausschluss/Interessenskonflikte

Laut §34b Wertpapierhandelsgesetz (Deutschland) und gemäß § 48f Abs. 5 BörseG (Österreich) möchten wir darauf hinweisen, dass Mitarbeiter, Autoren, Auftraggeber sowie nahestehende Personen oben genannte Aktien halten und somit ein Interessenskonflikt besteht. Achtung: Dieser Börsenbrief stellt nur die persönliche Meinung von Helmut Pollinger dar und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Ein weiterer Interessenskonflikt ist auch dahingegeben, da die beschriebenen Unternehmen direkt oder indirekt auch Kunden der bullVestor Medien GmbH sind, waren oder in Zukunft sein werden. Durch gleichzeitige Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen verschiedener Börsenmedien kann der Kurs der besprochenen Aktien positiv als auch negativ beeinflusst werden. Der Artikel unterliegt dem geistigen Eigentum des Autors bzw. des Verlages. Die Weitergabe bzw. die Veröffentlichung an Dritte (auch auszugsweise) ist ohne unsere Zustimmung nicht gestattet. Der bullVestor Börsenbrief, die kostenfreie blueEdition als auch die kostenpflichtige blackEdition, dient ausschließlich zu Informationszwecken. Alle Informationen und Daten in den Veröffentlichungen stammen aus Quellen, die bullVestor zum Zeitpunkt der Erstellung für zuverlässig und vertrauenswürdig hält. Kurszielberechnungen sind ausdrücklich als “Best Case Szenario” zu verstehen. Trotzdem übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit der dargestellten Sachverhalte. Die Aussagen und Meinungen von bullVestor stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Äußerungen von uns wie “KAUFEN”, STRONG BUY” oder Ähnlichem stellen lediglich unsere Meinung dar. Eine Investition in Wertpapiere, insbesondere mit geringer Liquidität sowie niedriger Börsenkapitalisierung, ist spekulativ und stellt ein sehr hohes Risiko dar. Aufgrund des spekulativen Charakters der dargestellten Unternehmen, ist es durchaus möglich, dass bei Investitionen Kapitalminderungen, bis hin zum Totalverlust, eintreten können. bullVestor ist nicht verantwortlich für Konsequenzen, speziell für Verluste, welche durch die Verwendung oder die Unterlassung der Verwendung aus den in den Veröffentlichungen enthaltenen Ansichten und Rückschlüsse folgen bzw. folgen könnten. bullVestor übernimmt keine Garantie dafür, dass der erwartete Gewinn oder die genannten Kursziele erreicht werden. Herausgeber und Mitarbeiter von bullVestor sind keine professionellen Investitionsberater. Aus vorangegangenen Kursgewinnen kann und darf nicht auf zukünftige Kursgewinne geschlossen werden. Die Nutzung des Mediums ist nur für den privaten Eigenbedarf vorgesehen. Eine professionelle Verwertung ist entgeltpflichtig. Unser Online-Service (blueEdition, blackEdition) steht im Einklang mit geltendem österreichischen Recht. Gerichtsstand: St. Pölten

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